{"id":6,"date":"2014-02-18T11:54:53","date_gmt":"2014-02-18T11:54:53","guid":{"rendered":"http:\/\/schlosspark-moers.de\/?p=6"},"modified":"2014-02-20T09:36:35","modified_gmt":"2014-02-20T09:36:35","slug":"der-moerser-schlosspark","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/schlosspark-moers.de\/?p=6","title":{"rendered":"Der Moerser Schlosspark"},"content":{"rendered":"<p>Ein Abriss seiner Entstehung<\/p>\n<p>\u201eUnser Schlo\u00dfpark ist ein Kleinod unter den Baum-Anlagen des Niederrheins.\u201c Das ist Otto Ottsens erster Satz in seinem F\u00fchrer \u201aUnser Schlo\u00dfpark\u2018. Und er stimmt nach hundert Jahren noch immer. Was ihn zum Kleinod macht, sind zwei Besonderheiten, die den Park \u2013 und damit auch die Stadt &#8211; auszeichnen:<br \/>\nDie eine Besonderheit sind die mit Alleeb\u00e4umen bepflanzten Wallanlagen, die den \u00e4lteren Teil des heutigen Parks pr\u00e4gen; die andere ist die stetige Weiterentwicklung einer gro\u00dfen Erholungs- und Gr\u00fcnfl\u00e4che aus einem kleinen privaten Park. Ein gro\u00dfer Schlosspark\u2013 oder gar Volkspark \u2013 war ja nie geplant. Der entstand vielmehr \u00fcber Generationen in vielen Schritten.<\/p>\n<p>Der Wall<br \/>\nDie Wallanlagen gehen auf die oranische Befestigung zu Beginn des 17. Jahrhunderts zur\u00fcck. Moritz von Oranien baute die Festung Moers zwischen 1601 und 1620 v\u00f6llig neu und vergr\u00f6\u00dferte sie dabei erheblich. So wurden Kastell und Stadt zu einer gro\u00dfen Festung zusammengefasst und weit vor den eigentlich zu verteidigenden Bauten entstanden Erdw\u00e4lle. Der letzte Oranier, Wilhelm III. Graf von Moers und K\u00f6nig von England, starb 1702; und die Grafschaft fiel an Preu\u00dfen. Unter Friedrich II. wurden die inneren Festungsw\u00e4lle geschleift, weil sie nun auch politisch \u00fcberholt waren. Die Au\u00dfenw\u00e4lle allerdings blieben als Hochwasserschutz erhalten. So wurden die fr\u00fcheren Verteidigungsw\u00e4lle zu Deichen, und beim Verkauf des ehemaligen Festungsgel\u00e4ndes gingen sie ins Eigentum der Stadt \u00fcber. 1784 f\u00fchrte eine enorme \u00dcberschwemmung der Stadt sogar zur Erh\u00f6hung und Verst\u00e4rkung der Deiche. Es blieb \u00fcbrigens nicht die letzte \u00dcberflutung. Hermann Boschheidgen zitiert Heinrich Simon van Alpen (1802): \u201eRings um die Stadt f\u00fchrt ein hoher Damm, welcher bei \u00dcberschwemmungen die Stadt sch\u00fctzet und zugleich zu angenehmen Spazierg\u00e4ngen dient.\u201c<br \/>\nDie Bepflanzung als Allee begann Anfang des 19. Jahrhunderts und machte den Wall kontinuierlich zu einem markanten Merkmal der alten Stadt und des sp\u00e4teren Parks. Dass in dem Wahn, auch kleine St\u00e4dte m\u00fcssten autogerecht sein, im 20. Jahrhundert mehrspurige Schneisen in die Wallanlagen geschlagen wurden, ist heute nur noch schwer zu verstehen und kaum zu reparieren. Eine Stra\u00dfe, die nach Pl\u00e4nen von 1904 s\u00fcdlich vom Schloss den Park queren sollte, wurde zwar nicht gebaut; aber daf\u00fcr 1970 der \u201aNeue Wall\u2018 und die Unterwallstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Das Wasser<br \/>\nDas Wasser f\u00fcr die oranischen Verteidigungsanlagen kam vom Moersbach. Die gr\u00f6\u00dfte Wasserfl\u00e4che wurde \u201adas Meer\u2018 genannt (deshalb auch die Meerstra\u00dfe). Diesen breiten Festungsgr\u00e4ben verdanken wir noch heute die ausgedehnten Wasserfl\u00e4chen innerhalb der Wallanlagen. Als damals die Stadt entfestet wurde, blieb ein Gro\u00dfteil des Grabensystems nur deshalb erhalten, weil er als Abwassersystem der Stadt diente. Auch die beiden westlichen Ravelins blieben erhalten. (Zwei \u00f6stliche Ravelins wurden inzwischen rekonstruiert.) Verf\u00fcllt wurde damals der Graben zwischen Stadt und Schloss (der heutige Kastellplatz).<br \/>\n1902 wurde im Moersbach eine zuvor \u201awilde\u2018 Badestelle als \u00f6ffentliche Badeanstalt eingerichtet, die Bestand hatte, bis 1924 das Freibad im Bettenkamper Meer er\u00f6ffnet wurde. Das lag damals weit ab, ist aber heute in die Parklandschaft mit den anderen Sportst\u00e4tten integriert.<\/p>\n<p>Die Vorgeschichte des Parks<br \/>\nIn Moers spricht man vom Schlosspark, obwohl es falsch ist:<br \/>\nAuch weil das \u201aSchloss\u2019 mit dem Grafschafter Museum nicht als Schloss erbaut wurde, sondern als Ringburg, die allerdings immer wieder \u00fcberbaut und schlie\u00dflich als Schloss bezeichnet wurde. Vor allem aber ist der Park gerade nicht als Erg\u00e4nzung des Schlosses entstanden \u2013 wie etwa in Benrath oder Br\u00fchl \u2013, sondern als kontinuierliche Erweiterung des privaten Parks einer Fabrikantenvilla in der Nachbarschaft des Schlosses.<br \/>\nAber der Reihe nach:<br \/>\nIn einer Kartennachzeichnung von 1580 ist neben der Burg zwar bereits ein Garten skizziert. Aber unser Park hatte dort gerade nicht seinen Ursprung, auch nicht im Lustgarten auf dem Hornwerk.<br \/>\nDurch die erw\u00e4hnte Schleifung der Befestigung wuchs der Freiraum um Stadt und Schloss herum bis zu Wall und Graben. Alt- und Neustadt waren im Norden von einem Kranz von G\u00e4rten umgeben; im S\u00fcden des Schlosses waren es Felder, Wiesen und Hecken. Hier entstand Raum f\u00fcr das Wachsen der Stadt und f\u00fcr den sp\u00e4teren Park.<\/p>\n<p>Ein Park entsteht<br \/>\nIn den ehemaligen Kasernen \u00f6stlich vom Schloss hatte Friedrich Wintgens 1803 eine Baumwollspinnerei eingerichtet. 1810 erwarb er diese Immobilie, die er ja bereits zu Wohnhaus und Fabrik umgebaut hatte, und sp\u00e4ter auch das ganze Areal mit dem Schloss von verschiedenen Vorbesitzern. Auf dem ehemaligen Festungsareal legte Wintgens zun\u00e4chst einen Obst- und Gem\u00fcsegarten sowie \u00c4cker an. Aber 1836 lie\u00df er den Teil der landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4chen \u00f6stlich des heutigen Hauptwegs zum Park umgestalten, ohne wohl zu ahnen, dass er damit den Grundstein f\u00fcr die heutige Park- und Freizeitlandschaft legte. Nach der \u00dcberlieferung geht der erste Teil des Parks auf einen Entwurf des ber\u00fchmten Gartenarchitekten Friedrich Maximilian Weyhe zur\u00fcck. Der Moerser G\u00e4rtner Peter Hermann Nickertz hat noch gegen\u00fcber Otto Ottsen seine Mitarbeit bei Weyhe bezeugt. F\u00fcr Weyhe spricht auch, dass der Park als englischer Landschaftsgarten gestaltet wurde und dass bereits Weyhe 1829 den Seminargarten entworfen hatte. Der \u201aenglische Landschaftsgarten\u2018 soll idealtypische Landschaften abbilden mit H\u00fcgeln und Weihern, Baumgruppen und Blickachsen. Und der erfolgreiche Unternehmer Wintgens beauftragte sicherlich einen prominenten Gartengestalter. \u00dcbrigens wurde Wintgens\u2018 Spinnerei schon 1865 geschlossen. Das Fabrikgeb\u00e4ude, das vor dem 2. Weltkrieg der Stadtverwaltung diente, wurde im Krieg zerst\u00f6rt. An seine Stelle kam der inzwischen neu gestaltete \u201aRosengarten\u2018 und die Spielstadt \u201aMusenhof\u2018.<\/p>\n<p>Das Schloss<br \/>\nBereits seit dem 14. Jahrhundert hatten die Grafen den Aufenthalt in K\u00f6ln h\u00e4ufig dem in der Moerser Provinz vorgezogen. Dann wurde die Grafschaft Nebenland, weil Walburgis, die letzte Gr\u00e4fin von Moers, die Grafschaft dem Haus Nassau-Oranien vermachte. Also war das Schloss nicht mehr \u201aHauptwohnsitz\u2018 der Landesherrschaft.<br \/>\nAls die Grafschaft 1702\/12 an Preu\u00dfen fiel, war das Schloss endg\u00fcltig nur noch Festung. Und diese Festung lie\u00df Friedrich II. ja 1763\/64 weitgehend schleifen. Im Siebenj\u00e4hrigen Krieg wurde das Schloss als Lazarett verwendet und war in der Folge ziemlich heruntergekommen. Nachdem die Franzosen das Schloss ebenfalls milit\u00e4risch genutzt hatten, war es endg\u00fcltig dem Verfall preisgegeben. Bei Hochwasser fl\u00fcchteten die B\u00fcrger mit ihrem Vieh in das hochgelegene Schloss.<br \/>\nFriedrich Wintgens kaufte schlie\u00dflich auch noch das Schloss \u2013 oder was davon \u00fcbrig war. Denn der Vorbesitzer, Landrat Weinhagen, hatte den verfallenen \u00f6stlichen und s\u00fcdlichen Teil abrei\u00dfen lassen. 1836, als der erste Teil des Parks entstand, lie\u00df Heinrich Wintgens, der Sohn Friedrichs, den verbleibenden Teil des Schlosses durch Neubauten erg\u00e4nzen, um dort zu wohnen.<\/p>\n<p>Erste Erweiterung des Parks<br \/>\n1873 verkaufte Heinrich Wintgens den Park an den damaligen Landrat. Dessen Nachfolger wiederum beauftragte Nickertz folgerichtig, auch den restlichen Teil der landwirtschaftlich genutzten Fl\u00e4che als Park zu gestalten. Das war also bereits die erste Erweiterung der sp\u00e4ter als \u201aSchlosspark\u2018 bezeichneten Gr\u00fcnanlage, um die die Stadt nach und nach herumwuchs. Nickertz setzte den Stil Weyhes fort, allerdings mit einem engeren Wegenetz und fremdartigen Baumarten. Exotische B\u00e4ume in Parks anzupflanzen und nicht nur in Botanischen G\u00e4rten, entsprach der englischen Tradition: Forschungsreisende brachten Samen und Setzlinge aus den Kolonien mit und setzten sie zu Hause in Europa aus. Die Besonderheiten, die der Moerser Park in dieser Hinsicht aufweist, finden sich im zweiten Teil dieses Parkf\u00fchrers.<\/p>\n<p>Der st\u00e4dtische Park<br \/>\nAber noch immer bestand der sp\u00e4tere st\u00e4dtische Park aus mehreren Privatg\u00e4rten! Erst als 1905 die Stadt das Schloss und den neueren, westlichen Parkteil erworben hatte, konnte der Park drei Jahre sp\u00e4ter \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich gemacht werden. Damit gab es den ersten Moerser \u201aSchlosspark\u2018. Der \u00e4ltere \u2013 \u00f6stliche \u2013 Teil kam zehn Jahre sp\u00e4ter dazu.<\/p>\n<div id=\"attachment_53\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Moers_Japangarten.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-53\" class=\"size-medium wp-image-53 \" alt=\"Der Japanische Garten im Moerser Schlosspark\" src=\"http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Moers_Japangarten-300x225.jpg\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Moers_Japangarten-300x225.jpg 300w, http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Moers_Japangarten-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Moers_Japangarten.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-53\" class=\"wp-caption-text\">Der Japanische Garten im Moerser Schlosspark<\/p><\/div>\n<p>Der Park wird immer gr\u00f6\u00dfer<br \/>\nDie n\u00e4chsten Erweiterungen folgen: Das \u201aWei\u00dfe Haus\u2018 war seit 1897 Wohnsitz des Landrats, und der heutige Parkteil westlich vom Schloss war bis 1933 der Privatgarten des Landrats. Dieser Landratsgarten wurde ebenfalls in den Park integriert. Und schlie\u00dflich gestaltete Max Massias als Heidegarten das \u201aHornwerk\u2018, also die Fl\u00e4che in der Umwallung, die s\u00fcdlich vom Stadtgraben liegt. Sie diente bis dahin als Spielwiese. \u00dcbrigens wurde im \u201aHeidegarten\u2018 nach 1945 Gem\u00fcse angebaut.<br \/>\nAber es passierte noch mehr, was Auswirkungen bis heute hat: Am Ufer des Moersbachs entstand ein Wanderweg, der den Park mit dem neuen Freibad im Bettenkamper Meer verband. Die Weidefl\u00e4chen rechts und links blieben noch lange erhalten; aber die n\u00e4chste Erweiterung war damit schon angedeutet.<\/p>\n<p>Das neue Moers<br \/>\nIn den 70er Jahren wurde auf beiden Seiten des Moersbachs der Freizeitpark \u201aFilder Benden\u2018 angelegt mit Kleintierpark, weiteren Sportanlagen und den neuen Freib\u00e4dern. Den Freizeitpark mit der Fu\u00dfg\u00e4ngerbr\u00fccke zu den Sportst\u00e4tten konzipierte der Planungsdezernent und sp\u00e4tere Stadtdirektor Heinz Oppers. Damit wuchs der Park bis zum Bettenkamper Meer und verhinderte die Zersiedelung dieser zentralen Fl\u00e4che der inzwischen doppelt so gro\u00dfen Stadt.<\/p>\n<p>Zukunft<br \/>\n2012 entstehen \u00f6stlich vom Bettenkamper Meer neue \u00a0\u00a0\u00a0 Sportst\u00e4tten und eine verbindende Parkerweiterung bis zur Autobahn.<br \/>\nDie Wasserm\u00fchle wurde sorgf\u00e4ltig restauriert und ist durch die bereits 1974 geschaffene Verbindung in den Gesamtpark integriert. Sie soll museal betrieben werden.<br \/>\nIn die Zukunft l\u00e4sst sich auch f\u00fcr die \u00e4lteren Parkteile zuversichtlich blicken: 1983 wurden Wall und Graben unter Denkmalschutz gestellt. Rose und Gustav W\u00f6rner schufen mit ihrem Parkpflegewerk 1993 die Voraussetzung daf\u00fcr, dass die Ertr\u00e4ge der Hanns-Albeck-Stiftung den Erhalt dieses Kleinods sichern. Die beiden Pioniere der Gartendenkmalpflege hatten bereits den Berliner Tiergarten wieder in die Form gebracht, die ihr Sch\u00f6pfer Lenn\u00e9 entworfen hatte. Auch dort waren die Fl\u00e4chen nach 1945 als Gem\u00fcseg\u00e4rten genutzt worden und \u2013 anders als in Moers &#8211; die B\u00e4ume verheizt worden.<\/p>\n<p>Literatur:<br \/>\nWolfgang Gaida, Helmut Grothe: Schlosspark Moers; in: Vom Kaisergarten zum Revierpark. Essen 1997<br \/>\nHarald Herzog: die neuzeitlichen Befestigungen von Stadt und<br \/>\nSchloss Moers; in: Moers \u2013 Burg, Schloss, Kulturzentrum; Worms 2004<br \/>\nHeinz Oppers: Der Moerser Schlo\u00dfpark. Ein baumkundlicher F\u00fchrer; Moers o.J.<br \/>\nHugo Otto: Moers.Die alte Grafenstadt, Moers 1933<br \/>\nOtto Ottsen: Unser Schlo\u00dfpark. Ein kurzer F\u00fchrer; Moers o.J.<br \/>\nMargret Wensky (Hrsg.): Moers. Geschichte der Stadt. K\u00f6ln 2000<br \/>\nBirgit Wilms: Schlosspark Moers und Wallanlagen; In: G\u00e4rten und Parks an Rhein und Maas. Duisburg 2006<br \/>\nRose W\u00f6rner: Der Schlosspark Moers und die Wallanlagen, in: Moers \u2013 Burg, Schloss, Kulturzentrum; Worms 2004<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Abriss seiner Entstehung \u201eUnser Schlo\u00dfpark ist ein Kleinod unter den Baum-Anlagen des Niederrheins.\u201c Das ist Otto Ottsens erster Satz in seinem F\u00fchrer \u201aUnser Schlo\u00dfpark\u2018. Und er stimmt nach hundert Jahren noch immer. Was ihn zum Kleinod macht, sind zwei Besonderheiten, die den Park \u2013 und damit auch die Stadt &#8211; auszeichnen: Die eine Besonderheit sind die mit Alleeb\u00e4umen bepflanzten Wallanlagen, die den \u00e4lteren Teil des heutigen Parks pr\u00e4gen; die andere ist die stetige Weiterentwicklung einer gro\u00dfen Erholungs- und Gr\u00fcnfl\u00e4che aus einem kleinen privaten Park. Ein gro\u00dfer Schlosspark\u2013 oder gar Volkspark \u2013 war ja nie geplant. Der entstand vielmehr \u00fcber Generationen in vielen Schritten. Der Wall Die Wallanlagen gehen auf die oranische Befestigung zu Beginn des 17. Jahrhunderts zur\u00fcck. Moritz von Oranien baute die Festung Moers zwischen 1601 und 1620 v\u00f6llig neu und vergr\u00f6\u00dferte sie dabei erheblich. So wurden Kastell und Stadt zu einer gro\u00dfen Festung zusammengefasst und weit vor den eigentlich zu verteidigenden Bauten entstanden Erdw\u00e4lle. Der letzte Oranier, Wilhelm III. Graf von Moers und K\u00f6nig von England, starb 1702; und die Grafschaft fiel an Preu\u00dfen. Unter Friedrich II. wurden die inneren Festungsw\u00e4lle geschleift, weil sie nun auch politisch \u00fcberholt waren. Die Au\u00dfenw\u00e4lle allerdings blieben als Hochwasserschutz erhalten. So wurden die fr\u00fcheren Verteidigungsw\u00e4lle zu Deichen, und beim Verkauf des ehemaligen Festungsgel\u00e4ndes gingen sie ins Eigentum der Stadt \u00fcber. 1784 f\u00fchrte eine enorme \u00dcberschwemmung der Stadt sogar zur Erh\u00f6hung und Verst\u00e4rkung der Deiche. Es blieb \u00fcbrigens nicht die letzte \u00dcberflutung. 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