{"id":22,"date":"2014-02-18T11:40:11","date_gmt":"2014-02-18T11:40:11","guid":{"rendered":"http:\/\/schlosspark-moers.de\/?page_id=22"},"modified":"2014-02-20T09:34:11","modified_gmt":"2014-02-20T09:34:11","slug":"luise-henriette-von-oranien","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/schlosspark-moers.de\/?page_id=22","title":{"rendered":"Luise Henriette von Oranien"},"content":{"rendered":"<p>Luise Henriette, geborene Prinzessin von\u00a0Oranien-Nassau, war die \u00e4lteste Tochter des niederl\u00e4ndischen Prinzen\u00a0Friedrich Heinrich von Oranien\u00a0und seiner Frau\u00a0Amalie zu Solms-Braunfels, die als Hofdame von\u00a0Elisabeth Stuart\u00a0ihrer F\u00fcrstin ins niederl\u00e4ndische Exil gefolgt war.<\/p>\n<p>Mit 19 Jahren heiratete Luise Henriette Friedrich Wilhelm Kurf\u00fcrst von Brandenburg, bekannt als der Gro\u00dfe Kurf\u00fcrst. Friedrich Wilhelm hatte die Heimat Luise Henriettes als Kurprinz w\u00e4hrend eines langj\u00e4hrigen Aufenthaltes kennengelernt und wusste um die herausragende Stellung der Oranier, einer reichen, angesehenen Familie aus den wohlhabenden und fortschrittlichen\u00a0Niederlanden. Mit der Verbindung erhoffte sich der Gro\u00dfe Kurf\u00fcrst, das politische Ringen um\u00a0Pommern\u00a0zu seinen Gunsten entscheiden zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In den knapp 21 Jahren, in denen Luise Henriette Kurf\u00fcrstin von Brandenburg war, unternahm sie zahlreiche Reisen zwischen\u00a0Den Haag,\u00a0K\u00f6nigsberg,Berlin\u00a0und\u00a0Kleve, folgte ihrem Mann auf den Feldz\u00fcgen der\u00a0Nordischen Kriege\u00a0nach\u00a0Warschau\u00a0und bis nach\u00a0J\u00fctland\u00a0in Schweden. Sie begleitete ihn auch zur Jagd und auf langen Ausritten durch ihre brandenburgischen Besitzungen. Luise Henriette erlitt mehrere Fehlgeburten und gebar sechs Kinder, von denen aber nur drei S\u00f6hne die Mutter \u00fcberlebten: Kurprinz\u00a0Karl Emil\u00a0(1655\u20131674),\u00a0Friedrich\u00a0und\u00a0Ludwig\u00a0(1666\u20131687). Nur ein einziges ihrer Kinder konnte seinen Vater \u00fcberleben und beerben:\u00a0Friedrich, der sp\u00e4tere erste K\u00f6nig in\u00a0Preu\u00dfen.<\/p>\n<p>Luise Henriette war ihrem Mann \u201eeine pragmatisch denkende und handelnde politische Beraterin. Mit gro\u00dfem Engagement setzte sie sich f\u00fcr die Auss\u00f6hnung mit\u00a0Polen\u00a0ein und beeinflusste durch ihren Briefwechsel mit der polnischen K\u00f6nigin Luisa Maria den Koalitionswechsel Brandenburgs im Nordischen Krieg zugunsten Polens und damit die Anerkennung der Souver\u00e4nit\u00e4t der Kurf\u00fcrsten von Brandenburg \u00fcber das Herzogtum Preu\u00dfen. Wenigen F\u00fcrstinnen ist soviel Einflussnahme gestattet worden.\u201c\u00a0<sup id=\"cite_ref-1\">[1]<\/sup><\/p>\n<div id=\"attachment_54\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Schloss_Moers.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-54\" class=\"size-medium wp-image-54 \" alt=\"Moerser Schloss mit Henriette von Oranien Denkmal\" src=\"http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Schloss_Moers-300x250.jpg\" width=\"300\" height=\"250\" srcset=\"http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Schloss_Moers-300x250.jpg 300w, http:\/\/schlosspark-moers.de\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/Schloss_Moers.jpg 919w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-54\" class=\"wp-caption-text\">Moerser Schloss mit Henriette von Oranien Denkmal<\/p><\/div>\n<p>1650 schenkte Friedrich Wilhelm seiner Gemahlin das Amt B\u00f6tzow n\u00f6rdlich von Berlin. Dort lie\u00df Luise Henriette an die Stelle eines vorhandenen alten\u00a0askanischen\u00a0Jagdschlosses des brandenburgischen Kurf\u00fcrsten\u00a0Joachim II. \u201eHektor\u201c\u00a0durch den Architekten\u00a0Johann Gregor Memhardt\u00a0ein neues Schloss im holl\u00e4ndischen Stil erbauen und gab ihm 1652 den Namen\u00a0<i>Oranienburg<\/i>. Kurz darauf schloss sich ganz B\u00f6tzow der neuen Namensgebung an und nannte sich fortan\u00a0Oranienburg. Auch das Amt wurde in\u00a0Amt Oranienburgumbenannt.<\/p>\n<p>Im Jahr 1663 lie\u00df Luise Henriette in Oranienburg das erste europ\u00e4ische\u00a0Porzellankabinett\u00a0einrichten. Sie orientierte sich dabei an der Gepflogenheit ihrer niederl\u00e4ndischen Heimat, Kaminm\u00e4ntel mit Porzellanen zu schm\u00fccken. Zwei Jahre sp\u00e4ter erf\u00fcllte sie ebendort ihr Gel\u00fcbde, f\u00fcr die erfolgreiche Geburt ihres Sohnes Karl Emil ein\u00a0Waisenhaus\u00a0zu stiften, das Platz f\u00fcr 24 Kinder bot. Die Statuten dazu erarbeitete sie selbst und stattete das Haus mit Schenkungen aus, die eine gute Versorgung der Z\u00f6glinge garantierten.<\/p>\n<p>Gegen 1650 lie\u00df der Gro\u00dfe Kurf\u00fcrst den Westfl\u00fcgel der Klausur im\u00a0Kloster Lehnin\u00a0verl\u00e4ngern und zum Jagdschloss erweitern. Das f\u00fchrte zu einem bescheidenen\u00a0h\u00f6fischen\u00a0Leben in dem ehemaligenZisterzienserkloster\u00a0in der\u00a0Zauche, zumal Luise Henriette Lehnin zunehmend zu ihrer bevorzugtenSommerresidenz\u00a0machte. Am 9. Mai 1667 nahm die kurf\u00fcrstliche Familie hier von der schwer an Schwindsucht (TBC) erkrankten Luise Henriette Abschied. Wenige Wochen sp\u00e4ter starb sie in Berlin-C\u00f6lln. Die Kurf\u00fcrstin ist in der Gruft des\u00a0Berliner Doms\u00a0bestattet. Ihr Name lebt bis heute im kirchlichen\u00a0Luise-Henrietten-Stift\u00a0auf dem Klostergel\u00e4nde Lehnin fort.<\/p>\n<p>Richard George schrieb 1899 Zeit \u00fcber Luise Henriette und ihre Ehe:\u00a0<i>\u201eEine Frau von innerer Fr\u00f6mmigkeit, wahrer Herzensg\u00fcte, echt weiblicher Sanftmut und scharfem Verstande. Ihr Rat war dem Kurf\u00fcrsten bald unentbehrlich in allen Regierungsangelegenheiten, und die \u00fcberaus gl\u00fcckliche Ehe des kurf\u00fcrstlichen Paares wurde ein Vorbild f\u00fcr das ganze Land. Unerm\u00fcdlich wirkte Luise Henriette \u00fcberall, wo es galt, die Not zu lindern und die Wunden zu heilen, die der Krieg dem Lande geschlagen. Im besonderen Ma\u00dfe ist ihre Th\u00e4tigkeit dem St\u00e4dtchen B\u00f6tzow zu gute gekommen, das ihr zu Ehren den Namen Oranienburg erhielt und in dem das Andenken Luise Henriettes bis auf den heutigen Tag als ein gesegnetes fortlebt.\u201c<\/i><sup id=\"cite_ref-2\"><br \/>\n<\/sup><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luise Henriette, geborene Prinzessin von\u00a0Oranien-Nassau, war die \u00e4lteste Tochter des niederl\u00e4ndischen Prinzen\u00a0Friedrich Heinrich von Oranien\u00a0und seiner Frau\u00a0Amalie zu Solms-Braunfels, die als Hofdame von\u00a0Elisabeth Stuart\u00a0ihrer F\u00fcrstin ins niederl\u00e4ndische Exil gefolgt war. Mit 19 Jahren heiratete Luise Henriette Friedrich Wilhelm Kurf\u00fcrst von Brandenburg, bekannt als der Gro\u00dfe Kurf\u00fcrst. Friedrich Wilhelm hatte die Heimat Luise Henriettes als Kurprinz w\u00e4hrend eines langj\u00e4hrigen Aufenthaltes kennengelernt und wusste um die herausragende Stellung der Oranier, einer reichen, angesehenen Familie aus den wohlhabenden und fortschrittlichen\u00a0Niederlanden. Mit der Verbindung erhoffte sich der Gro\u00dfe Kurf\u00fcrst, das politische Ringen um\u00a0Pommern\u00a0zu seinen Gunsten entscheiden zu k\u00f6nnen. In den knapp 21 Jahren, in denen Luise Henriette Kurf\u00fcrstin von Brandenburg war, unternahm sie zahlreiche Reisen zwischen\u00a0Den Haag,\u00a0K\u00f6nigsberg,Berlin\u00a0und\u00a0Kleve, folgte ihrem Mann auf den Feldz\u00fcgen der\u00a0Nordischen Kriege\u00a0nach\u00a0Warschau\u00a0und bis nach\u00a0J\u00fctland\u00a0in Schweden. Sie begleitete ihn auch zur Jagd und auf langen Ausritten durch ihre brandenburgischen Besitzungen. 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